Rede des Bezirksvorsitzenden Rudi Puckl beim Parteitag in Regensburg.
Die Oberpfalz ist der einzige Bezirk in Bayern, der mit einem Artikel bezeichnet wird – sie wird genannt: „Die Oberpfalz“! Aber sind wir deshalb auch einzigartig?
Die Staatsregierung in München hat vor einiger Zeit einen sog. Zukunftsrat installiert und beauftragt, sich mit der bayerischen „Zukunft“ zu beschäftigen. Das waren aber leider in der Mehrzahl nur sog. Fachleute aus der Wirtschaft mit wenig Interesse an bayerischer Kultur und bayerischem Brauchtum. Das Ergebnis war auch dementsprechend: In Bayern wurden einige Zentren um unsere Großstädte für wichtig befunden. Die Regionen bzw. der ländliche Raum Bayerns werden bei dieser Planung total vernachlässigt und als unwichtig erklärt – die können dann, wie auch von den Verantwortlichen verlautet wurde, nach Österreich oder Tschechien ausweichen und hier Anschluss suchen.
Für die Oberpfalz sieht das dann so aus: Es wird ein gut funktionierendes Wirtschaftszentrum um die Bezirkshauptstadt Regensburg geben. Dazu muss ich sagen, Regensburg gehört zu den wenigen Städten in Deutschland, die mehr Arbeitsplätze vorweisen können als Einwohner. Leider liegt unsere Bezirkshauptstadt Regensburg an der Südgrenze der Oberpfalz. Der Speckgürtel dieses Wirtschaftsraumes reicht etwa bis Schwandorf, also nicht mal bis zur Mitte der Oberpfalz. Ab hier beginnt dann die sog. „Bayerische Wüste“, die bis nach Oberfranken reicht.
Ich bin gebürtiger Nordoberpfälzer und stamme aus einem mittleren Handwerksbetrieb. Kleinaufträge gibt es in der Nordoberpfalz sehr wohl, aber für größere Projekte müssen die Betriebe sehr weite Strecken zurücklegen. Seit vielen Jahren schon beobachte ich, wie nacheinander alteingesessene Behörden, Ämter und auch Firmensitze aus der Nordoberpfalz in die Zentren, so wie sie auch vom Zukunftsrat unserer Staatsregierung aufgelistet werden, ausgelagert werden. Die Stadt Weiden hat z.B. eine Arbeitslosenquote von fast 10 %. Die Abwanderung in die Wirtschaftszentren, besonders unter den Jugendlichen der Nordoberpfalz ist enorm und ist auch nach einem Studium die einzige Möglichkeit, eine Arbeitsstelle zu finden. Scheinbar ist dieser Bevölkerungsschwund von unserer Staatsregierung so gewollt.
Für die nächste Landtagswahl wird mit dieser Schrumpf-Begründung für die Oberpfalz einfach ein Wahlkreis gestrichen. Wenn diese Überlegungen unserer Politiker weiter so betrieben werden, wird wahrscheinlich in etwa 40 Jahren nur noch ein Wahlkreis in der Oberpfalz vorhanden sein, das ist der von Regensburg. Es ist anzunehmen, dass in München schon Vorschläge in der Schublade liegen, was mit den geplanten „ausgedünnten“ Landschaften Nordbayerns gemacht werden kann. Ein Auffüllen der verwaisten Gebiete mit den kommenden Flüchtlingsströmen aus Nordafrika wäre wohl das kleinere Problem.
Es kann aber noch viel schlimmer kommen: Seit Jahrzehnten ist die Bundesregierung verzweifelt auf der Suche nach einem geeigneten und problemlosen Endlager für alle ihre in Deutschland befindlichen Atomkraftwerke. Hier würde dann eine fast „sichere“ Möglichkeit geschaffen, dann mit wenig Widerstand der Bevölkerung sehr „leicht“ ein Endlager zu errichten, zumal dabei auch „lobenswerter“ Weise viele neue „Arbeitsplätze“ entstehen würden. Erfahrungen beim Bau atomarer Projekte haben unsere Atomlobbyisten der Politik schon genügend beim ehemaligen Vorhaben „Aufbereitungsanlage Wackersdorf“ gesammelt. Damals dachte unsere Staatsregierung, das kann man der „leichtgläubigen“ Oberpfalz sehr einfach aufs Auge drücken. Es kam aber dann ganz anders – zum großen Glück für unsere Oberpfalz. Beim Finden von sog. „geeigneten Atommülllagerplätzen“ sind unsere verantwortlichen Politiker sehr schnell und rigoros bei der Hand, wie die Genehmigungen der sehr zweifelhaften Zwischenlager in Gorleben oder Asse beweisen.
Wir können nur hoffen, dass die bayerischen Bürger die wahren Hintergründe und Absichten unserer Lobby-Staatsregierung, bezüglich der geplanten „Zukunft Oberpfalz“ erkennen und bei den nächsten Wahlen das auch auf ihrem Wahlzettel kundtun werden. Die einzige Partei, die für Heimat, Brauchtum und Wohl aller seiner Bürger einschließlich des ländlichen Raumes eintritt, ist eben nur die Bayernpartei.
Kommentar schreiben